Die Nachricht von Googles Absicht, Ita Software zu übernehmen, hat die Reisewelt erschüttert: Zu groß wäre die Macht und die dominierende Stellung, die Google mit der Kontrolle über Ita Software erlangen würde.
Warum ist dieses Unternehmen so strategisch wichtig, dass große Reiseveranstalter gemeinsam reagieren? Ganz einfach: Ita Software sammelt Flugdaten. Ein Anbieter von äußerst nützlichen und detaillierten Informationen, der einen großen Teil seiner Kunden bei Flugsuchmaschinen hat. Um den Ausschluss von diesen Daten oder zumindest die disruptive Wirkung, die Google durch das aggressive Eindringen in den Reisemarkt hätte, einzudämmen, hat sich eine Gruppe von Unternehmen der Branche zusammengeschlossen: FairSearch.org, eine Art Anti-Google-Koalition, die von Giganten der Reisebranche (wie Expedia, Farelogix, Kayak und Sabre Holdings) gegründet wurde, um Big G entgegenzuwirken.
Die Absicht ist, eine explizite Anfrage an das US-Justizministerium zu stellen, um die noch nicht vollständig erfolgte Übernahme von Ita Software zu blockieren. Details dazu finden Sie im Blog von FullTravel.
Microsoft, obwohl an der Angelegenheit interessiert, da auch Bing die Daten von Ita Software nutzt, hat sich vom Zustandekommen dieser Allianz zurückgezogen, obwohl es Bedenken hinsichtlich Googles Operation geäußert und offene rechtliche Schritte eingeleitet hat.
Google seinerseits behauptet, dass die Übernahme von Ita Software den Verbrauchern zugutekommen würde, die leichter und schneller mehr Informationen über Flüge von Interesse finden könnten. Im Gegensatz dazu befürchtet FairSearch, dass der direkte Zugang zu dieser Fülle wertvoller Informationen Google in die Lage versetzen könnte, die Nutzung dieser Daten durch die alten Kunden von Ita Software einzuschränken. Darüber hinaus gibt es noch eine andere, wenn möglich noch größere Befürchtung: dass Google diese Daten nach Belieben nutzen könnte, um die Entscheidungen der Verbraucher übermäßig zu „lenken“, die Reiseangebote zu kontrollieren und sie sogar nach den eigenen Bedürfnissen von Google zu „steuern“.
Eine Hypothese, die von den großen Reiseagenturen, die sich in FairSearch zusammengeschlossen haben, aufgestellt wird und die, auch wenn sie heute katastrophal erscheinen mag, sicherlich nicht die Tatsache in Frage stellen kann, dass sich fast ein Monopolszenario abzeichnen würde, nicht einmal mehr ein Oligopol.

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