Unter den Nutzern telematischer Netzwerke, vor allem des Internets, und insbesondere unter den Lesern der Usenet-„News“-Dienste haben sich im Laufe der Zeit eine Reihe von „Traditionen“ und „Verhaltensregeln“ (Netiquette) entwickelt, die gemeinsam unter dem Begriff „Netiquette“ bekannt sind.
Unter Berücksichtigung dessen, dass die Stelle, die den Zugang zu den Netzdiensten bereitstellt (Anbieter, öffentliche Einrichtung, Arbeitgeber usw.), die Pflichten ihrer Nutzer noch detaillierter regeln kann, fassen wir in diesem Dokument eine kurze Zusammenfassung der Grundprinzipien der „Netiquette“ zusammen, an die sich alle halten müssen.
1 Wenn man in eine neue Newsgroup oder eine neue E-Mail-Verteilerliste kommt, ist es ratsam, die dort kursierenden Nachrichten mindestens zwei Wochen lang zu lesen, bevor man eigene Nachrichten hinaus in die Welt sendet: So bekommt man ein Gefühl für das Thema und die Art, wie es in dieser Gemeinschaft behandelt wird.
2 Wenn man eine Nachricht sendet, sollte diese prägnant sein und das Problem klar und direkt beschreiben. Immer kurz und aussagekräftig das Betreff-Feld („Subject“) des Textes in der Mail angeben. Falls eine „Signaturdatei“ verwendet wird, sollte sie kurz und aussagekräftig bleiben.
3 Nicht vom Thema der Newsgroup oder der E-Mail-Verteilerliste abschweifen.
4 So weit wie möglich vermeiden, die eigene Nachricht an viele Mailinglisten (oder Newsgroups) zu senden. In der überwältigenden Mehrheit der Fälle gibt es genau eine Mailingliste, die der richtige Empfänger ist und alle und nur die Nutzer einschließt, die tatsächlich interessiert sind.
5 Wenn man auf eine Nachricht antwortet, sollten die relevanten Passagen der ursprünglichen Nachricht hervorgehoben werden, um das Verständnis für diejenigen zu erleichtern, die sie nicht gelesen haben, aber niemals systematisch die gesamte Originalnachricht wiedergeben, außer wenn es notwendig ist.
6 Keine „Meinungskriege“ im Netz führen, die durch Nachrichten und Gegen-Nachrichten ausgetragen werden: Wenn es persönliche Streitigkeiten gibt, ist es besser, diese per E-Mail in privatem Austausch zwischen den Beteiligten zu klären.
7 Den Inhalt von E-Mail-Nachrichten niemals ohne ausdrückliche Erlaubnis des Autors veröffentlichen.
8 Keine dummen Nachrichten veröffentlichen oder Nachrichten, die einfach die Seite des einen oder anderen Streitbeteiligten in einer Diskussion einnehmen. Vor dem Stellen neuer Fragen stets die FAQ (Frequently Asked Questions) zum behandelten Thema lesen.
9 Keine Werbenachrichten oder Mitteilungen per E-Mail senden, die nicht ausdrücklich angefordert wurden.
10 Nicht intolerant gegenüber syntaktischen oder grammatikalischen Fehlern sein. Wer schreibt, sollte dennoch bemüht sein, seine Sprache so zu verbessern, dass sie für die Allgemeinheit verständlich ist.
Zu den vorherigen Regeln sind weitere Kriterien hinzuzufügen, die sich direkt aus gesundem Menschenverstand ableiten:
A – Das Netz wird von vielen Nutzern als Arbeitsinstrument verwendet. Keiner von ihnen hat Zeit, nutzlose, frivole oder persönliche Nachrichten zu lesen, die daher kein allgemeines Interesse haben.
B – Jegliche Aktivität, die den Verkehr oder die Dienste im Netz belastet, wie z.B. das Übertragen großer Archive oder das Versenden von E-Mails mit großen Anhängen an viele Empfänger, verschlechtert die Gesamtleistung des Netzes. Es wird daher empfohlen, diese Operationen so durchzuführen, dass die Auswirkungen auf das Netz so gering wie möglich sind. Insbesondere wird empfohlen:
– Übertragungen von Archiven zu anderen Zeiten als den Hauptbetriebszeiten durchzuführen (z. B. nachts) und dabei eventuelle Zeitzonenunterschiede zu beachten;
– Keine großen Datenmengen per E-Mail zu senden; stattdessen (wo möglich) die Lage (URL) der Daten im Nachrichtentext angeben, sodass sie im Netz abgerufen oder eingesehen werden können.
C – Im Netz gibt es eine Reihe von Server-Sites (Dateiservern), die stets aktualisierte Kopien von Dokumentationen, Software und anderen im Netz verfügbaren Objekten enthalten. Informieren Sie sich im Voraus, welcher Server-Knoten für Sie am besten zugänglich ist. Wenn eine Datei dort oder lokal verfügbar ist, gibt es keinen Grund, sie von weiter entfernt herunterzuladen, was unnötig die Verbindung belastet und meist mehr Zeit in Anspruch nimmt.
D – Die im Netz erhältliche Software kann durch Patente und/oder verschiedene Nutzungsbedingungen geschützt sein. Lesen Sie stets sorgfältig die begleitende Dokumentation, bevor Sie sie verwenden, ändern oder in welcher Form auch immer weiterverteilen.
E – Offensichtlich unfaire Verhaltensweisen eines Nutzers wie:
– die Sicherheit von Archiven und Computern im Netz zu verletzen;
– die Privatsphäre anderer Netzwerknutzer zu verletzen, indem man E-Mails liest oder abfängt, die für sie bestimmt sind;
– den Betrieb des Netzes und der Geräte, aus denen es besteht, mit absichtlich entwickelten Programmen (Viren, Trojanern usw.) zu beeinträchtigen;
– stellen tatsächliche elektronische Straftaten dar und sind als solche gesetzlich strafbar.
Ethik und Regeln für den guten Gebrauch der Netzdienste (Quelle: Network Information Center)
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