Google kopiert von Bing: Die Führungsspitze in Mountain View beschuldigt Microsoft, Suchergebnisse von Google zu kopieren. Aus dem Hauptquartier in Redmond wird die Plagiatsvorwurf jedoch zurückgewiesen, wobei man zugibt, dass viele Faktoren zur Bildung der SERPs beitragen.
Im Bereich der Suchmaschinen ist eine Bombe geplatztSuchmaschinen: Google hat öffentlich beschuldigt Bing, eigene Suchergebnisse zu kopieren.
Die Tatsache ist mittlerweile für alle offensichtlich: Google – als Suchmaschine – scheint konkurrenzlos zu sein, und Bing scheint trotz guter Voraussetzungen nicht richtig in Fahrt zu kommen.
Offen darüber spricht Amit Singhal, einer der Väter des Google-Algorithmus basierend auf Ranking. Verdächtig viele „Zufälle“ beim Anzeigen von Suchergebnissen bei Bing, praktisch dieselben wie bei Google, veranlassten Singhal zu einem Plan, um zu überprüfen, ob das wahr sein könnte.
Die Übereinstimmung mehrerer Ergebnisse in der SERP war offenbar möglich, weil Bing einen technischen Trick in der Bing Toolbar verwendet haben soll, der die Suchergebnisse von Nutzern auffängt, die von Google zu Bing wechseln. Wertvolle Informationen, die von Microsofts Suchmaschine „wiederverwendet“ worden sein könnten, um SERP zu erzeugen, die Google zu ähnlich sind. Den Google-Entwicklern fiel auf, dass solche „Zufälle“ sogar bei Tippfehlern in der Suchanfrage auftauchten.
Daraufhin, nachdem er die zahlreichen Zufälle erkannt hatte, hat Amit Singhal beschlossen, einen Test durchzuführen: einer vollkommen bedeutungslosen Suchanfrage – „mbzrxpgjys“ – bestimmte Ergebnisse bei Google zuzuordnen.
Das Experiment verwendete etwa zwanzig Notebooks, auf denen die Bing Toolbar installiert wurde; die beteiligten Ingenieure begannen dann, die vorher festgelegten bedeutungslosen Suchanfragen einzugeben und klickten auf die von Google vorgeschlagenen Suchergebnisse. Bei der Anfrage „mbzrxpgjys“ wurde als erstes Ergebnis die Webseite der RIM Company eingestellt.
Nach etwa zwei Wochen seit Beginn des Experiments erschienen dieselben „gefälschten“ Suchergebnisse auch bei Bing (wie auf dem Foto in diesem Artikel zu sehen ist), die absichtlich erstellt wurden, um diese besondere Studie durchzuführen.
All das bestätigte für Amit Singhal die Vermutung, dass Google dass es tatsächlich ein System gibt, das von Bing verwendet wird, um die SERPs zu „klonen“, oder zumindest die obersten Ergebnisse.
Kurz und prägnant der Kommentar von Singhal zur Angelegenheit: „Ich habe meine Karriere damit verbracht, eine gute Suchmaschine zu bauen. Ich habe kein Problem damit, dass Konkurrenten innovative Algorithmen entwickeln, aber kopieren ist für mich keine Innovation.“
Microsoft hingegen erklärte zunächst durch Stefan Weitz, dass verschiedenste Indikatoren verwendet werden, um ihre SERPs zu erstellen (vielleicht wollte er sagen, dass von Google tatsächlich einige „Tipps“ abgegriffen werden?), um anschließend die Plagiatsvorwürfe kategorisch zu dementieren: „We do not copy Google’s results“ („Wir kopieren die Ergebnisse von Google nicht“), wie auf den Seiten von ZDNet zu lesen ist.
Das Szenario scheint offenbar klar, obwohl man sich vorstellen kann, dass die Angelegenheit nicht bei diesem Experiment stehen bleibt. Es wirkt fast wie ein Spiel gnadenloser Konkurrenz aus alten Spionagefilmen der Nachkriegszeit: Wer wird sich durchsetzen?

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