Ein Interview mit Gina Baillie, Referentin des BTO 2012 in Florenz, gibt einige Antworten zum Panel über mobiles Reisen vorab. Im Folgenden ein Auszug.
Bedeutet „Mobile Travel“ eine Buchung über das Handy? Was fehlt noch, um dies möglich zu machen?
Meiner Meinung nach messen Marken im Reisebereich den mobilen Transaktionen zu viel Bedeutung bei und verlieren dabei aus den Augen, dass der mobile Zugriff auch im Recherche- und Entscheidungsprozess sehr wichtig ist. In der aktuellen Studie „Travel Consumer Report“ von EyeforTravel wurde festgestellt, dass viele Verbraucher Reisewebsites über das Handy besuchen, den Kauf aber am Computer abschließen, weil die Reiseanbieter keine angemessen für Mobilgeräte optimierte Website besitzen. Im Juni 2012 beobachtete EyeforTravel, dass 54 % der Vermittler und 50 % der Anbieter noch keine mobile Version ihrer Website hatten. Wenn Reise-Marken also keine „mobile-freundliche“ Website haben, laufen sie Gefahr, bei diesem wichtigen Entscheidungsprozess nicht mit dabei zu sein.
Wie sollte das perfekte Ökosystem aussehen, um eine Buchung über das Mobilgerät zu erleichtern?
Reisemarken müssen sicherstellen, dass sie in jedem Schritt des Prozesses „mobile-friendly“ sind, von der Recherche bis zum Kauf: von der Dimension des Traums und der Inspiration (die lange vor der Reisebuchung beginnt) über die Suche, die Buchung, das Erlebnis bis hin zum Teilen. Tablets sind zum Beispiel eine großartige Gelegenheit, Verbraucher in der Phase des ‚Reiseträumens‘ zu inspirieren. In der Suchphase müssen die Informationen klar sein. Eine mobile Website darf keine Kopie der normalen Website sein – die Benutzererfahrung muss überdacht und vereinfacht werden. In der Buchungsphase kann die mobile Website die Transaktionsphase auch auslassen, sollte aber immer klar eine Telefonnummer, E-Mail oder andere Kontaktmöglichkeiten bieten. EasyJet ist ein hervorragendes Beispiel für eine Marke, die das Bedürfnis erkannt hat, eine klare und einfache mobile Oberfläche zu schaffen, die die Anzahl der Schritte bis zum Ticketkauf reduziert.
In der Erlebnisphase zeigt unsere Untersuchung, dass 65 % der Verbraucher angeben, während der Reise über das Handy oder Smartphone ausgeben zu wollen. Reise-Marken könnten dem Reisenden also gezielte Angebote direkt auf deren Handys senden, die weitere Kaufgelegenheiten erzeugen können.
Und schließlich die Nachreisephase. Es kann eine schnelle Nachverfolgung per Mobilgerät erfolgen, die den Verbraucher ermutigt, die Reiseerfahrung über soziale Medien zu teilen – eine Aktion, die zur Erzeugung positiver Rückmeldungen für Ihre Marke beitragen kann.
Welche Trends sehen Sie aus Ihrer privilegierten Position in der mobilen Reisebranche?
In unserer aktuellen Studie haben wir Verbraucher gefragt, wie sie mit Reise-Marken interagieren möchten. Viele wollten das Handy nutzen, um Informationen wie Boardingpässe, Check-in und lokale Veranstaltungshinweise abzurufen. 43 % der Niederländer und 47 % der Briten gaben an, Karten auf ihrem Smartphone verwenden zu wollen. Wir sehen eine zunehmende Bedeutung des „Location-based Marketing“ über Mobilgeräte, bei dem Reise-Marken den Vorteil nutzen, Verbraucher mit Smartphone unterwegs erreichen zu können.
Google hat kürzlich angekündigt, dass im Jahr 2013 die Anzahl der Zugriffe über Smartphones die der Desktop-Zugriffe übersteigen wird. Die Reise-Marken, die diesen großen Wandel verstehen, werden im Jahr 2013 erfolgreich sein!
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