Bluetooth-Technologie: Ursprung des Phänomens und rechtliche Aspekte (1/2)

Die wörtliche Übersetzung des Wortes Bluetooth (also „Blauer Zahn“) kann irreführend sein. Die Herkunft des Namens dieser neuen Technologie liegt vielmehr in nordischen Mythen und Legenden: Harald Bluetooth, oder „Blåtand“ auf Skandinavisch, ist der Name eines Wikingerkönigs, der von 910 bis 940 n. Chr. in Dänemark lebte.

Nicht besonders nordisch im Aussehen – schwarze Haare und dunkler Teint – hatte er das Verdienst, das Christentum nach Skandinavien zu bringen und die norwegischen Regionen mit den dänischen zu vereinen. Um ihm zu Ehren zu benennen, entschied sich das schwedische Mobilfunkunternehmen Ericsson, dieser neuen kabellosen Technologie seinen Namen zu geben. Sie entstand mit dem Ziel, die Interkonnektivität und den Datenaustausch zwischen mobilen Geräten (Laptops, PDAs, Handys, elektronische Organizer, aber auch tragbare MP3-Player und sogar Bluetooth-kompatible Haushaltsgeräte…) zu vereinfachen und deren Nutzung zu fördern.

2. Die Entstehung von Bluetooth und der S.I.G. Im Jahr 1994 startete Ericsson Mobile Communications eine Forschungsinitiative, um kostengünstige und energiesparende Funk-Schnittstellen zu untersuchen, die Handys mit der digitalen Welt verbinden sollten. Anfang 1998 wurde diese Machbarkeitsstudie auf ein Konsortium von Unternehmen ausgeweitet, zu dem neben Ericsson auch Nokia, IBM, Toshiba und Intel gehörten – alle vereint mit dem Ziel, einen Standard für die drahtlose Interkonnektivität über Funkwellen zu entwickeln. Um die Entwicklung und freie Verbreitung dieser Technologie in einer breiten Palette von Geräten zu gewährleisten, gründeten diese Giganten eine spezielle Interessengruppe, die Bluetooth Special Interest Group. Das SIG-Konsortium gründete zudem verschiedene Arbeitsgruppen, die die Technologie in Schlüsselbereichen wie dem Smart Home (Haushaltsrobotik, Vernetzung von Haushaltsgeräten) weiterentwickeln sollten.

Die Gruppe gewann schnell weitere namhafte Partner wie Motorola, 3COM/Palm, Compaq, Axis Communication, Dell, Lucent Technologies und Qualcomm und umfasst heute über 2000 Unternehmen. Die offizielle Webseite des Konsortiums und seiner Technologie ist http://www.bluetooth.com, wo unter anderem technische Informationen, Kuriositäten und Neuigkeiten rund um Bluetooth zu finden sind. Ursprünglich als Funklösung für die Verbindung von Laptops, Handys und anderen tragbaren Geräten zu Hause und im Büro entwickelt, bietet Bluetooth heute deutlich größere Anwendungsmöglichkeiten: Es findet Einsatz überall dort, wo eine kostengünstige (und auf kurze Reichweite begrenzte) Alternative zu Kabelverbindungen benötigt wird.

3. Die letzte Grenze des Wireless Das Hauptziel der Bluetooth-Technologie liegt in der Fähigkeit, verschiedene Geräte (Drucker, Notebooks, PDAs, Hi-Fi-Anlagen, Fernseher, PCs, Handys, Haushaltsgeräte) ohne Kabelverbindungen miteinander kommunizieren und interagieren zu lassen, was unter dem Begriff Wireless bekannt ist.

Wireless bezieht sich auf eine Form der Kommunikation, Überwachung und Steuerungssysteme, bei denen Signale durch den Raum übertragen werden und nicht über Kabel oder Leitungen. In einem Wireless-System erfolgt die Übertragung hauptsächlich über Funkfrequenzen (RF) oder Infrarot (IR). Die am häufigsten verwendeten Standards für Wireless-Technologien sind: DECT (Digital Enhanced Cordless Telecommunications) – ein verschlüsselter digitaler Standard für schnurlose Telefone mit 120 Kanälen auf 12 Frequenzen, Weiterentwicklung des analogen Schnurlostelefons, implementiert die Gap-Schnittstelle (Generic Access Profile) und nutzt GMSK-Modulation, maximale Bitrate 348 Kbps. IrDA (Infrared Device Application) – eine bidirektionale Datenverbindung via Infrarot point-to-point zwischen Geräten in Sichtweite (Line of Sight, LoS) mit einer Reichweite von 1–2 Metern und einer Bitrate von 4 Mbps. IEEE 802.11 – Technologie für Wireless LANs mit einer einzigen Schnittstelle auf Data-Link-Ebene und zwei möglichen Implementierungen auf Physical Layer (Infrarot, nicht angewandt, DFIR-Übertragung) sowie Funk mit FHSS- und DSSS-Technologie. Dieser Standard umfasst 802.11a (5,8 GHz und 40 GHz) und 802.11b (2,4 GHz und 11 Mbps, High Rate).

Bluetooth ist eine drahtlose Low-Power-Interkonnektivitätstechnologie (mWatt), die elektronische Geräte wie Telefone, Stereoanlagen, Notebooks, Computer, PDAs bis zu maximal 8 Geräten über Funkwellen mit kurzer Reichweite verbindet, ausgesendet von Sendern in diesen Geräten, mit denen wir uns beschäftigen. Bluetooth ermöglicht die Übertragung von Daten (TD – Datenübertragung) sowie Sprache (TV – Sprachübertragung) und nutzt für Daten die paketvermittelte Übertragung über Funknetzwerke und für Sprache den connection-orientierten Modus. Wireless erlaubt es in Büros oder Häusern, alle elektronischen Geräte miteinander kommunizieren zu lassen. Der Informationsaustausch erfolgt über Funkwellen und eliminiert jegliche physische Verbindung zwischen den Geräten. Dazu muss jedes Gerät einen integrierten Chip besitzen, der Informationen im Äther senden und empfangen kann. Unter den Wireless-Technologien wird Bluetooth sicherlich den Markt für drahtlose Netzwerke revolutionieren, vor allem aufgrund der niedrigen Übertragungskosten und der Möglichkeit, jegliche Art von Wireless-Geräten über Funk miteinander kommunizieren zu lassen. Bluetooth ist speziell für die kabellose Kommunikation von kleinen Geräten konzipiert.

Das zentrale Konzept dieser Technologie ist, die für die Kommunikation zwischen Geräten notwendigen Kabel vollständig zu eliminieren, wie bereits beschrieben.

4. Technisch: Was steckt dahinter? Die Bluetooth-Wireless-Technologie ist heute ein Marktstandard und eine Spezifikation für kostengünstige Funkverbindungen mit kurzer Reichweite, die die Weiterentwicklung des IrDA-Protokolls für die kabellose Datenübertragung darstellt. Bluetooth wurde entwickelt, um Daten und Sprachdaten point-to-multipoint mit Geschwindigkeiten über 1 Mbps zu übertragen und deckt Entfernungen von 10 Metern (bei fast allen Handys) bis zu 25 Metern (bei PDAs) oder 100 Meter Reichweite ab. Die Daten werden im ISM-Radiofrequenzband bei 2,4 GHz übertragen, das für Industrie, wissenschaftliche Anwendungen und den medizinischen Bereich reserviert ist. Frequenzband Klassifizierung Nutzung 3–30 kHz VLF (Very Low Frequency) – maritime Kommunikation 30 kHz – 300 kHz LF (Low Frequency) – gleiche Nutzung 300 kHz – 3 MHz MF (Medium Frequency) – Notfallkommunikation 3 MHz – 30 MHz HF (High Frequency) – Funkamateure, militärische Anwendungen 30 MHz – 300 MHz VHF (Very High Frequency) – TV, AM- und FM-Radio 0,3 – 3 GHz UHF (Ultra High Frequency) – Bluetooth, ISM (Industrie, Wissenschaft, Medizin) 3 – 30 GHz SHF (Super High Frequency) – Radar, Satelliten 30 – 300 GHz EHF (Extra High Frequency) – Radar, Satelliten 1000 GHz – 10.000.000 GHz Infrarot – Ultraviolett

Dieses Frequenzband ist weltweit verfügbar, so dass Geräte mit dieser Technologie nicht an nationale Frequenzverteilungsvorschriften angepasst werden müssen. Das bedeutet beispielsweise, dass ein in Italien gekauftes Bluetooth-Handy diesen Standard weltweit zum Senden und Empfangen von Daten nutzen kann. (Fortsetzung folgt)

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