Werden auf YouTube gefälschte Aufrufe von Botnetzen bezahlt? Scoop des Financial Times

Google im Visier: Angeblich berechnet es Werbetreibenden auch gefälschte Aufrufe auf YouTube – durch Botnetze. Dies ist die Meinung des Financial Times, das sich auf eine spezifische und neue europäische Studie beruft.

Die Financial Times hat einen Artikel veröffentlicht, der für viel Gesprächsstoff und Aufmerksamkeit sorgt.
Laut den Journalisten der Publikation würde Google Werbetreibenden, die Budgets für die Bewerbung von Dienstleistungen und Produkten auf YouTube ausgeben, auch gefälschte Aufrufe in Rechnung stellen.
Im betreffenden Artikel wird eine Untersuchung einer europäischen Arbeitsgruppe zitiert, wonach das System zur Zählung von Videoaufrufen auf YouTube – zu Werbezwecken – auch gefälschte Aufrufe berücksichtigt, die beispielsweise durch Botnetze generiert werden.
Im Team, das das Experiment durchgeführt hat, ist auch ein Italiener: Stefano Traverso, der zusammen mit Ruben Cuevas, Albert Banchs, Miriam Marciel, Roberto Gonzalez, Mohamed Ahmed und Arturo Azcorra arbeitet.
Das Team lud zunächst einige Videos auf einen YouTube-Kanal hoch und erstellte dann spezifische Bot-Software. In der Zwischenzeit wurde Werbung auf der Plattform geschaltet.
Zu diesem Zeitpunkt wurde der Kern des Experiments tatsächlich gestartet: Die Bots wurden auf diese Videos gerichtet.
Bei der Überprüfung der Aufrufdaten der genannten Videos konnte das Team feststellen, dass Google nur 25 Aufrufe als echt anzeigte. Das AdWords-Zählsystem – also in Bezug auf Werbung – zeigte jedoch eine deutlich andere Zahl an: 91 Aufrufe.
Dies bedeutet im Wesentlichen, dass der Werbetreibende für 91 Aufrufe über AdWords bezahlt hätte, obwohl ein anderes Google-Tool die gefälschten Besuche von Bots perfekt identifiziert hatte.
Das Experiment deckt ein doppeltes Verhalten des Suchmaschinenriesen auf: strikt, wenn es darum geht, den YouTuber zu bezahlen und die tatsächliche Anzahl der Aufrufe anzugeben, wodurch die gefälschten Zugriffe der entsprechenden Software aussortiert werden. Locker, wenn Google von den Werbetreibenden kassiert.
Um Zahlen, Thesen, Methoden und Ergebnisse zu vertiefen, empfiehlt es sich, das offizielle Dokument unter der Adresse zu konsultieren:http://arxiv.org/pdf/1507.08874v1.pdf.

Es gab eine Reaktion von Google und ehrlich gesagt hat sie nicht lange auf sich warten lassen: Nach dem Erscheinen des Artikels in der Financial Times erklärte man zunächst aus Mountain View, dass die Problematik des ungültigen Traffics ernst genommen wird, da man über Instrumente und Personal verfüge, die dafür zuständig seien, Klicks und Daten korrekt zu filtern.
Anschließend wurde erklärt, dass die Ergebnisse der genannten Studie bald mit dem gesamten Forschungsteam besprochen werden, um das Problem im Detail zu erörtern und neue, gültige Werkzeuge für eine bessere Arbeit zu finden.
Die Angelegenheit ist gleichzeitig heikel, aber auch sehr interessant und wird sicherlich in Kürze Schule machen, sowohl für Google als auch für YouTuber und Werbetreibende.
Es ist gut zu bedenken, dass Google sich zu den Ergebnissen der Forschung noch nicht erschöpfend und detailliert geäußert hat, daher ist es wahrscheinlich, dass nach dem Treffen mit dem Forschungsteam und den entsprechenden Gegenmaßnahmen spezifischere Klarstellungen erfolgen werden, über die wir sicherlich wieder sprechen werden.

Pubblicato in

Se vuoi rimanere aggiornato su Werden auf YouTube gefälschte Aufrufe von Botnetzen bezahlt? Scoop des Financial Times iscriviti alla nostra newsletter settimanale

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*