Google Instant blockiert Torrent-Seiten, indem bestimmte Wörter gefiltert werden, die mit illegalen Praktiken der Computerpiraterie in Verbindung gebracht werden könnten.
Bis heute hat Google beim Suchen nach dem Titel eines Albums verwandte Schlüsselwörter wie torrent, bitTorrent und ähnliche vorgeschlagen, ab heute hat die Suchmaschine aus Mountain View eine neue Ära eingeleitet.
Tatsächlich wurden Ergebnisse, die unmittelbar über Google Instant auf mögliche Versuche zur Durchführung von Computerpiraterie zurückzuführen sind, ausgeblendet und gefiltert.Google wird den Nutzern also künftig nicht mehr während der Eingabe des Suchbegriffs „Albumname torrent“ oder „Filmtitel torrent“ vorschlagen, um das illegale Herunterladen von urheberrechtlich geschütztem Material zu erschweren.copyright.
Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass das Wort „torrent“ nicht automatisch „illegaler Download“ bedeutet, da es sich in erster Linie um Dateitransfersysteme handelt, die völlig legale Anwendungen haben. Die Tatsache, dass solche Systeme auch für weniger nobel Zwecke genutzt werden, darf nicht dazu führen, dies pauschal als illegal zu betrachten.
Nicht umsonst kam prompt die Gegenäußerung von Simon Morris, dem Leiter der BitTorrent Inc., der darauf hinweist, dass bei der Suche auf Google nach dem Begriff „Bittorrent“ zahlreiche Links zurückgegeben werden, die nichts mit illegalen Praktiken zu tun haben.
Man denke nur daran, dass einige aufstrebende Musikgruppen genau dieses Datenaustauschprotokoll nutzen, um ihre Alben zu verbreiten: Das ist eine legale Anwendung des Systems, die durch diesen von Google angewendeten Filter benachteiligt wird, wie von RapidShare bemerkt wird. Ebenso werden Torrents gewöhnlich zur Verbreitung von Open-Source-Software verwendet: Auch das ist legal.
Jedoch stellt TorrentFreak fest, dass diese Zensur durch Google Instant nicht ganz fair ist: Nicht alle „anrüchigen“ Begriffe gemäß der von Google verwendeten Logik wurden gefiltert, denn unter den Suchvorschlägen tauchen immer noch „The Pirate Bay“ und „Madiafire“ auf, um nur zwei auffällige Beispiele zu nennen.
In Anbetracht dessen werden von verschiedenen Seiten – innerhalb der Gemeinschaft von Investoren in Unternehmen, die legal Torrents nutzen oder erstellen – „verschwörerische“ Theorien aufgestellt, wonach Googles Maßnahme nicht auf ein echtes Interesse an der Bekämpfung von Piraterie zurückzuführen ist, sondern auf eine (mehr oder weniger stille) Absprache mit großen Musik-, Film- und Gaming-Unternehmen. Oder einfacher gesagt, Google reagiert, um zu verhindern, dass es beschuldigt wird, illegale Downloads durch Suchvorschläge zu fördern.
In diesem Zusammenhang wird empfohlen, sich mit dem Thema Urheberrecht genauer zu befassen und einen Blick auf Punkt 10 des Artikels „Google schlägt gegen Seiten mit doppelten Inhalten, minderer Qualität und Aggregaten zu, so Matt Cutts“ zu werfen, der am 24. Januar 2011 auf FullPress veröffentlicht wurde.

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